St. Josef HOspital

Alles über die Krankenhauskapelle im St. Josef Hospital

Daten & Fakten

Baujahr 1900
Sitzplatzanzahl  /
Länge /
Höhe des Kirchturms Die Kapelle besitzt keinen Turm

Mit der Gründung der Pfarrgemeinde St. Marien 1888 nahm die Gemeinde auch den Bau eines neuen Krankenhauses in Angriff. Die Gute-Hoffnungs-Hütte (auf dem Gebiet des heutigen Einkaufszentrums CentrO) machte eine rasche Nah-Versorgung von Schwerverletzen notwendig. Bei der ersten Erweiterung des St. Josef-Hospitals im Jahr 1900 wurde im ersten Stockwerk auch eine Kapelle gebaut. Damit hatten die Dernbacher Schwestern („Arme Dienstmägde Christi“), die hier in der Krankenpflege arbeiteten, einen eigenen Gottesdienstraum und eine Klausur im Krankenhausgebäude. Die Kapelle ist unmittelbar neben der Pfarrkirche St. Marien gelegen. 1999 wurde sie umfangreich renoviert. Dabei wurden die zugemauerten Chorfenster wieder aufgebrochen und einige Jahre später dort Fenster der Oberhausener Künstlerin Ida Köhne eingesetzt.

 

Wer heute die Kapelle im St. Josef-Hospital betritt, dem fällt als erstes das Altarbild ins Auge, das der Paderborner Künstler Andreas Kopp im Jahr der Kulturhauptstadt 2010 entworfen und gestaltet hat. Auf den ersten Blick könnte man meinen, jemand habe versucht eine Tapete oder ein Plakat abzureißen. Doch bei näherem Betrachten erkennt man ein hauchdünnes Blech, das aus den Wolken in den Altarraum hinabrollt. Oben ist die Wolkendecke aufgerissen und das goldene Licht der Sonne strahlt hervor. Der Himmel öffnet sich und durchdringt das Leben mit seinem göttlichen Licht.

 

Der schlichte Altar, ein aus hellen Ahornplatten gebauter Tisch, öffnet torähnlich den Blick auf den Sockel des Altarbildes. Vielen vergrößerten Computer-Pixeln gleich säumen Farbfelder den Fuß des Bildes. Kleine verschiedenfarbige Quadrate sind wie Bausteine aufgeschichtet. Es könnte die Skyline einer Hochhaussiedlung sein. Im untersten Bereich sammeln sich mehr die dunklen bis schwarzen Farbfelder, während die helleren und goldgelben Bausteine das goldene Licht aus der aufgerissenen Wolkendecke widerspiegeln. Der Himmel ist also aufgerissen und sendet sein Licht in die Dunkelheiten der Erde.

 

Eine ähnliche Ansammlung von Farbfeldern findet sich auf dem Ambo, dem Priestersitz und dem Ständer für die Osterkerze. Hier sind neben den dunklen und hellen Farbsteinen auch grüne zu finden. Wenn die grüne Farbe für Hoffnung steht, so lässt sich das Mosaik als ein von Hoffnung durchsetztes Bild verstehen.

 

Der Ambo (Lesepult für das Wort Gottes) streut Hoffnungssteine in die Welt. Der Priestersitz (Ort des Vorstehers der Liturgie) lässt Mosaiksteine der Hoffnung zwischen den hellen dunklen Seiten des Lebens erscheinen. Der Leuchter der Osterkerze steht an sich schon für die Auferstehung des Herrn (Ostern), durch die Hoffnung in das irdische Leben gekommen ist und immer wieder kommt.

 

Der neue Standort des Tabernakels verdeutlicht einen interessanten Aspekt der Eucharistie. Er steht jetzt auf einer Steinstele direkt unter der Muttergottesfigur auf der linken Seite des Altarraumes. Die Madonna zeigt das Jesuskind nicht als niedliches Baby sondern als den Gottessohn, den „Leib Christi“. Genau dieser Leib Christi in der Form des eucharistischen Brotes steht nun in direkter Beziehung zur „Mutter Gottes“.

 

Altarbild, Ambo, Priestersitz, und Osterleuchter machen deutlich: Dunkle, schwarze Farbfelder werden durchdrungen von roten, gelben, grünen und goldfarbenen Quadraten. Das Licht des Himmels, das aus den aufgerissenen Wolken des Altarbildes hervor scheint, durchdringt die Dunkelheiten des unteren Teiles des Lebens.

 

Diese Botschaft findet sich ebenfalls in den zwei Seitenfenstern des Chorraumes wieder, die 2001 die Künstlerin Ida Köhne als letzte Werke vor ihrem Tod gestaltet hat. Das linke Fenster zeigt das Ausstrecken des Beters nach dem Licht in den Dunkelheiten des Leidens: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ (Psalm 130). Das rechte Chorfenster stellt die ausgelassene Freude des Beters dar, nach dem ihm im Leiden und in der Krankheit das Licht aufgeleuchtet ist: „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt“ (Psalm 30).

 

Zusammen mit dem Altarbild mit seinen blauweißen Wolken und dem Mobiliar aus Ahornholz erzeugen die Chorfenster und die farbigen ornamentalen Seitenfenster der Kapelle eine helle, lichte Atmosphäre, ohne die Dunkelheiten des Lebens auszuschließen.

 

Dem Betrachter und Beter in der Krankenhauskapelle ist zu wünschen, dass auch für ihn die Wolkendecke aufreißt und der Himmel sein Licht in die Dunkelheiten seines Lebens scheinen lässt.

 

Dieser Artikel wurde uns freundlicher Weise von Pater Heinrich Eilhard und Thomas Eisenmenger zur Verfügung gestellt. Veröffentlcht wurde er in Ausgabe 8 im Jahr 2011 in der Pfarrzeitschrift "Miteinader."